Die weiß getünchte Grabstätte = Das neue Lager. Refugee protest in the new lager in Peeschen. dt/eng

Die weiß getünchte Grabstätte = Das neue Lager.
Deutsch text call is below:
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http://thecaravan.org/filestore/download/240

Today the new lager in parchim (where the refugees from tramm and peeschen have moved in) will be opened with a so called "open door celebration". the celebration has been organised by the authorities - without asking the refugees to be in any way part of the preparations. only in the end the african refugees have been asked whether they would like to do some african drumming...

The political activists among the refugees in parchim have therefore decided to boycott this celebration. a fleyer has been written as well. (you can find in the attachement of this mail also the layouted fleyer - text in deutsch).
unfortunaletly right at the moment the english version of the fleyer only exists as a hand-written version.

The refugees in parchim are going to try to turn the whole event against the authorities - by doing exactly what the autorities don't want them to do: to talk about politics. non-refugee activists from others cities will be there as well.

Die weiß getünchte Grabstätte = Das neue Lager.

Am 20. Januar 2005 kommen die Behörden der Stadt Parchim und des Landes Mecklenburg Vorpommern zum neu errichteten Flüchtlings-Lager nach Parchim (in der Ludwigsluster Chaussee). Sie spielen dort ihr schmutziges und inhumanes Spiel weiter – genannt wird es dieses Mal „Tag der offenen Tür“.
Die Behörden haben prominente Menschen eingeladen; sie sollen das neue und schön angestrichene Lager besichtigen. Wir Flüchtlinge sind an der Vorbereitung dieses Tages so gut wie nicht beteiligt gewesen. - Flugblatt zum Download Trotz Feiern - viele Probleme bleiben ungelöst, andere werden durch die Behörden permanent ignoriert. Konkret geht es um folgende Probleme:

Heimleitung: Herr Senst und seine Mitarbeiter/innen werden von uns Flüchtlingen nicht akzeptiert. Wir haben deshalb schon vor Wochen eine Petition gegen Herrn Senst bzw. seine respressiven und diskriminierenden Methoden verfasst. Wir fordern außerdem Angestellte, die mehrere Sprachen sprechen.

Es gibt keine Moschee im Landkreis Parchim. Die muslimischen Flüchtlinge brauchen deshalb einen größeren Raum für ihre Gebete und Gottesdienste.

Wir brauchen ein Büro – ausgerüstet mit Computern, Internet-Zugang und Telefon, um Kontakt mit unserer Gastgesellschaft zu erleichtern.

Das Recht auf Privatheit: Es gibt viele leere Häuser in und um Parchim. Aber die Behörden zwingen uns, mit mehreren Leuten in kleinen Zimmern zu wohnen – und zwar unabhängig von Sprache, Religion, etc. Das schafft im Alltag zusätzliche Konflikte.

Sportmöglichkeiten: In dieser Hinsicht fehlt es fast an Allem.

Grundsätzlich geht es uns um folgende Probleme:

Legalisierung: Darum geht es den Behörden nie. Deshalb sperren sie Flüchtlinge ins Lager (ob im oder in der Nähe des Dschungels) – so wie Tiere, die die Deutschen dann besichtigen können. Abschiebungen sind ein Verbrechen gegen die Menschenrechte. Die rassistischen Methoden haben sich in den letzten Jahrzehnten leider nur wenig verändert.
Obwohl die Behörden es immer wieder behaupten, das Gutschein-System ist noch nicht völlig abgeschafft: Wir Flüchtlinge fühlen uns dadurch immer wieder gequält und unmenschlich behandelt.

Residenzpflichtgesetz: Flüchtlinge werden durch dieses Gesetz auf mehreren Ebenen bestraft. Sie dürfen ihren Landkreis nicht ohne Erlaubnis verlassen, denn sie müssen den Behörden jeder Zeit in ihren Lagern, Heimen oder Dschungelorten Rede und Antwort stehen.

Uns wird das Recht auf Arbeit verwehrt: Es ist nicht der Wunsch der Flüchtlinge, zum Überleben auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.

Wir Flüchtlingsaktivist/innen sehen uns ständig der Wut der Behörden ausgesetzt: Sie wollen nicht, dass wir ihre mit Unerbittlichkeit durchexerzierte Politik einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen.

Wichtig: Wir FlüchtlingsaktivistInnen haben uns entschieden, die heutigen Feiern zum Tag der offenen Tür zu boykottieren. Wir fordern stattdessen, dass alle unsere Berichte, Petitionen und Klagen zumindest beantwortet werden. Das betrifft insbesondere das von Herrn Senst und den Behörden installierte Teile- und Herrsche-System im Lager! Wir (die Aktivist/innen) fordern die Öffentlichkeit auf, die Behörden kritisch zu fragen, weshalb sie sich zu all diesen Problemen nicht verhalten – und das trotz jahrelanger und kontinuierlicher Proteste von uns Flüchtlingen. Wenn Sie sich die Geschichte der Dschungelheime in Tramm und Peeschen angucken und wie diese Lager nach Parchim verlegt wurden, bekommen sie einen Eindruck von der schmutzigen und unmenschlichen Politik, die dahinter steht.

Flüchtlingsaktivist/innen aus Parchim