05.04.2005 16:49
http://de.indymedia.org/2005/04/111129.shtml
Am 04.April 2005 mußte Momodou Barrow, Asylsuchender aus Gambia eine dreimonatige Haftsstrafe in der JVA- Rottenburg antreten: wegen mehrmaligen Verstoßes gegen das Rezidenzpflichtsgesetz ... Viele Freunde begleiteten ihn - gegen die Absurdität und Unerträglichkeit dieses zähen Deutschlandinstrumentariums rassistischer Repression !
Gestern, am 04.April 2005 fand in Rottenburg bei Tübingen eine besonders realistische Aktion gegen den rassistischen Terror per des sog. Rezidenzpflichtgesetzes statt. Dieses Gesetz, welches ausschließlich in der BRD existiert, gebietet Asylsuchenden sich ausschließlich in einem bestimmten, ihnen zugewiesenen Landkreis aufzuhalten.
Im Falle von Momodou Barrow führte die mutige, siebenmalige Übertretung dieser unsinnigen Regelung zur Verurteilung zu drei Monaten und einer Woche Haft in der JVA - Rottenburg. Diese interniert, parallel zum Regelvollzug, in systemintergierten Containern auch sog. Abschiebehäftlinge. Die Zustände in diesen 4 auf 5 m kleinen und übel klimatisierten Containern sind seit langem das kontinuierliche das Ziel der antirassistischen Proteste und Initiativen vor Ort.
Momodou Barrow der aus Gambia wegen seiner Teilnahme an StudentInnenprotesten fliehen mußte, ist gezwungen sich in einem ihm zugewiesenen Heim in Sigmaringen aufzuhalten., wo er sich durch die obligatorische Rezidenzpflicht zwangsisoliert sieht: Alle seine Freunde, sozialen Kontakte, sowie seine Freundin befinden sich im unweiten Tübingen. Die Rezidenzpflicht, die nur noch mit den Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Südafrika zu Zeiten der Apartheit vergleichbar ist, führte dazu, daß Momodou bei ständigen Kontrollen im Asylheim Tübingen, wo er seine Freunde besuchte, gleich sieben Mal belangt und letztlich wegen Verstoßes gegen die Rezidenzpflicht verurteilt wurde. Sein Asylantrag in der BRD ist noch nicht abgeschlossen Ein registrierter Eintrag von Straffälligkeit kann zur Abschiebung eines/ner Asylanten/tin führen. Momodou: " Ich habe keine Straftaten begangen und respektiere die Gesetze dieses Landes. Doch nun muß ich dafür ins Gefängnis, meine Freunde und meine Freundin besucht zu haben."
Um die Unzumutbarkeit und den schikanösen Terror dieser Gesetzeserhebung zu demonstrieren und Momodou Barrow nicht einfach so in der " Maschinerie der Gerechtigkeitserfindungen " verschwinden zu lassen, begleiteten ihn auf seinem schweren Gang in die JVA-Rottenburg ca.25 AktivistInnen des Bündnisses gegen Abschiebung; Freunde und FreundInnen und kein mensch ist illegal Momodou lief, von einem rot-weißen Band symbolisch eingesperrt und zwischen zwei schwarz-rot-gelben, hochgehaltenen "Orts" -Schildern des Niemandlandes dieser absurden Repression, auf denen stand: Recht auf Bewegungfreiheit !! - Weg mit der Rezidenzpflicht !!, den Weg vom Bahnhöfchen, durch die mittelalterliche Stadt bis zum Knast. Entsprechende Info-Flugblätter wurden an, manchmal wenig verständige, BürgerInnen verteilt und die Presse machte ein Interview mit dem Verurteilten und einem seiner Freunde der dazu anklagte: " Alle Welt in Europa und in Deutschland spricht von Demokratie. Die Menschen in unseren Heimatländern, ahnen nicht, wie widersprüchlich diese gehandhabt wird: Mein Freund geht in ihrem Namen "freiwillig" ins Gefängnis, nur weil er mich besuchte."
Nach einer traurigen Verabschiedung "durfte" sich Momodou ins Innere der Haftanstalt begeben, an der Pforte sogleich - fälschlich - als Abschiebehäftling kathegorisiert ...
Die UnterstützreInnen und FreundInnen von Momodou Barrow fordern dessen Freilassung
und die ABSCHAFFUNG DES REZIDENZPLICHTGESETZES