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Hamburg: *Demo wegen Verbrechen in Guinea am 17.02.07 um 12 Uhr*

Schwelende Unruhen in Guinea gefährden ganz Westafrika
Guinea-Artikel in FR 21.2.07

Guineas Präsident Lansana Conté hat mit dem Ausnahmezustand die Proteste gegen sich unter Kontrolle gebracht - vorerst. Ein Bürgerkrieg könnte auf die labilen Nachbarländer übergreifen.
VON CHRISTINE D'ANNA-HUBER
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-Presseerklärung - Stoppt das Töten in Guinea!
Stoppt das internationale Schweigen!

Mit Schrecken verfolgen wir die Nachrichten aus dem westafrikanischen Land
Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus e.V.
Februar 15, 2007

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*STOPPT die Missachtung der Menschen- und Völkerrechte in dem westafrikanischen Land GUINEA!!!*

/*Aufruf zur Demonstration am 17.02.07 um 12 Uhr*/ */Treffpunkt: /*_Gänsemarkt_*/ Hamburg.

*118 Menschen sind seit dem Beginn des unbefristeten Streiks am 10 Januar 2007 von der Militärdiktatur des Präsidenten Lansana Conté ermordet worden. *

*Die Militärdiktatur hat seit dem 12 Februar eine Ausgangsperre aufgehängt und missachtet seitdem die Rechte der Bevölkerung. Die Frauen werden vergewaltigt, die Menschen werden getötet. *

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*In den Mainstream-Medien wird eher am Rande über die heftige Auseinandersetzung, die im Zuge des massiv befolgten Generalstreiks ausbrachen, berichtet. Dass Polizei, Söldner und die Armee seit dem Beginn des Streiks das Feuer auf unbewaffnete Streikende mehrfach eröffnet und auf repressive Maßnahme zurückgreifen und so die Menschenrechte verletzen, wird von den westlichen Medien kaum thematisiert. *

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*Der guineische Staat droht angesichts dieser chaotischen Zustand zu kollabieren, falls die internationale Gemeinschaft so weiter schweigt und falls die Regierung des Diktators Conté von seinem jetzigen Kurs nicht abweicht. Die jetzige Situation in Guinea verlangt die starke Einmischung der internationalen Gemeinschaft: Nur so kann man in Guinea einen bürgerkriegsähnlichen Zustand und weitere Todesopfer verhindern. *

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*Wir rufen deshalb die politischen Parteien und Organisationen, die
Gewerkschaftlichen Gruppierungen und Menschenrechtsorganisationen und soziale Bewegungen der Bundesrepublik Deutschland auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Regierung in Guinea dazu zu bringen, die Gewaltanwendung zu beenden. Die Bundesregierung fordern wir auf, die Abschiebungen von Flüchtlingen nach Guinea sofort zu stoppen und die Kollaboration mit der Regierung Guineas zu beenden.*

/*Kommission der in Hamburg lebenden Guineer zur Unterstützung des Generalstreiks in Guinea*/

/_*Kontaktpersonen:*_/

*Baldé Aissatou Cherif: 017651008378 *

*Sekou Sanoh : 01794588980*

*Bah Amadou Oury: 01602740269*

*Abou Cissè : 0160482651*

V.i:S.d.P: AGA e.V., Reisners Kamp 13, 22045 Hamburg

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Pressemitteilung zur aktuellen Situation in Guinea

Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus e.V.
Teutoburger Str. 106 33607 Bielefeld ibz@ibz-bielefeld.de 0521-5219038

Februar 15, 2007

Presseerklärung:

Stoppt das Töten in Guinea!
Stoppt das internationale Schweigen!

Mit Schrecken verfolgen wir die Nachrichten aus dem westafrikanischen Land Guinea!
Mehr als 110 Menschen gaben seit Beginn der Proteste im Januar 2007 gegen ihren Präsidenten Lansana Contè ihr Leben, weitaus mehr liegen in Krankenhäusern oder verletzt zu Hause.
Am Wochenende noch bangten wir mit der guineischen Bevölkerung, die ihren Machthaber endgültig stürzen , und somit einem korrupten und menschenverachtendem Regime ein Ende setzten wollte.
Doch seit Montag zerschlägt Contè die Proteste mit äußerster Härte:
Er verhängte eine der schärfsten Formen des Kriegsrechts über das Land.
Zwanzig Stunden am Tag gilt Ausgangssperre für die Bevölkerung, es herrscht komplettes Versammlungsverbot, das Militär kann jeder Zeit ohne Grund Hausdurchsuchungen vornehmen, Hausarreste aussprechen und alle Personen internieren, „deren Aktivitäten eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellen“.
Sämtliche Medien, der Post-, Telefon- und Onlineverkehr werden vom Militär überwacht.

Zu viele Meldungen willkürlicher Hausdurchsuchungen, brutaler Übergriffe und Vergewaltigungen werden bekannt – doch die internationale Gemeinschaft schweigt.
In den deutschen Medien hört man kaum über die Ereignisse.

Amerika und Frankreich evakuieren ihre Landsleute – was aber ist mit den Guineern?
Zu viele Kriege und Konflikte werden derzeit unter dem Deckmantel der Demokratie und des Kampfes gegen die Tyrannei geführt - wo aber bleibt die internationale Unterstützung, wenn ein Volk eigenmächtig versucht sich von einem Diktatoren zu befreien? Wo bleibt der internationale Druck gegen einen Präsidenten der mit so einer Härte gegen die eigene Bevölkerung vorgeht?

Wir bekunden unsere Solidarität mit den Guineern, die eine freies und demokratisches Guinea wünschen! Wir verurteilen die Rektionen des Präsidenten mit äußerster Schärfe! Und wir fordern von der internationalen Gemeinschaft und der Presse ihr Augenmerk auf die Situation in Guinea zu öffnen und nicht weiter weg zu schauen!

Das IBZ – Friedenshaus e.V.

Für mehr Informationen zur Situation in Guinea:
http://www.africatime.com -Guinea Bilder, die die Brutalität des Regimes darlegen: http://www.aminata.com/index.php?option=com_content&task=view&id=373
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http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1079239

Schwelende Unruhen in Guinea gefährden ganz Westafrika

Guineas Präsident Lansana Conté hat mit dem Ausnahmezustand die Proteste gegen sich unter Kontrolle gebracht - vorerst. Ein Bürgerkrieg könnte auf die labilen
Nachbarländer übergreifen.

VON CHRISTINE D'ANNA-HUBER

Guinea (Globus)

"Wir sterben - und die Welt schaut gleichgültig zu", klagte ein Bewohner der guineischen Hauptstadt Conakry dem Sender BBC. Seit dem 12. Februar gilt im westafrikanischen Land ein von der Armee brutal überwachter Ausnahmezustand. Seit Beginn der Unruhen im Januar kamen mehr als 120 Menschen ums Leben, die meisten davon Zivilisten, auch Kinder. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Sicherheitskräften vor, das Kriegsrecht zu missbrauchen, um zu morden, zu plündern und die Bevölkerung zu terrorisieren.

Doch dass die Welt sich nicht kümmern würde, stimmt nicht. Das verhindern, so zynisch das ist, zuerst einmal ganz handfeste Geschäftsinteressen. Guinea mag für viele ein verlorener Winkel in Westafrika sein, doch auf dem Weltmarkt spielt das korrupte und für afrikanische Verhältnisse recht kleine Land eine wichtige Rolle:
Hier liegen mehr als die Hälfte der Vorräte des Planeten am Aluminiumerz Bauxit. Der Rohstoffmarkt reagiert bereits mit Nervosität und steigenden Aluminiumpreisen auf die eskalierenden Unruhen in Guinea.

Doch vor allem fürchtet die internationale Gemeinschaft die Auswirkungen, die ein Bürgerkrieg in Guinea auf die ganze Region haben könnte. Der östliche Teil des Landes liegt eingekeilt zwischen Liberia, Sierra Leone und der Elfenbeinküste - alles Länder, die sich eben erst aus der Asche von Bürgerkriegen erheben. Die International Crisis Group warnt denn auch, dass ein Bürgerkrieg in Guinea für das fragile Gleichgewicht eine nicht zu unterschätzende Gefahr wäre.

Begonnen hatten die Unruhen in Guinea am 10. Januar mit einem Generalstreik. Die traditionell einflussreichen Gewerkschaften und die Oppositionsparteien protestierten gegen die sich zusehends verschlechternden Lebensbedingungen, gegen Inflation und Korruption. Trotz der vielen Bodenschätze leben rund 40 Prozent einer Bevölkerung von 9,4 Millionen unterhalb der Armutsgrenze. Die Wirtschaft liegt am Boden; Guinea gilt als korruptestes Land in Afrika.

Verantwortlich machen die Protestierenden dafür den autokratischen Machthaber, Präsident Lansana Conté. Der 73-Jährige ist schwer krank und oft zur ärztlichen Behandlung in der Schweiz. Er hatte sich vor 23 Jahren an die Macht geputscht und hegt nicht die geringste Absicht, diese vor seinem Tod abzugeben - auch wenn er kaum mehr fähig ist, die Regierungsgeschäfte wahrzunehmen: "Die andern müssen warten, bis sie an der Reihe sind", erklärte der Ex-General unlängst am Staatsfernsehen, "Gott allein verteilt die Macht".

Der alte Mann beschied zudem, "das Gesetz bin ich", ließ gegen den immer stärkeren zivilen Protest erst die Polizei brutal durchgreifen und hetzt nun die Armee auf sein eigenes Volk. Dieses aber dürfte ihn am Ende die Macht kosten, an die er sich mit allen Mitteln zu klammern versucht: Immer mehr Beobachter rechnen mit einer Machtübernahme durch das Militär. Das wiederum wäre, so schreibt die International Crisis Group in einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht, "der Anfang einer Höllenfahrt, wie Guineas Nachbarländer sie im letzten Jahrzehnt bereits durchlebt haben".

Nach dringenden Appellen der Vereinten Nationen, der Afrikanischen und der Europäischen Union entspannte sich die Lage im Land Ende vergangener Woche etwas.
Regierung und Gewerkschaften nahmen den Dialog wieder auf. Doch die Sorge bleibt:
Noch immer herrscht der Ausnahmezustand, gilt für 20 Stunden täglich eine Ausgangssperre, sind Versammlungsfreiheit und Briefgeheimnis aufgehoben. Und während die internationale Gemeinschaft noch nach diplomatischen Lösungen sucht, hat Frankreich das Truppenlandungsschiff Sirocco losgeschickt und hält sich bereit, die rund 7000 in Guinea lebenden französischen, US-amerikanischen und libanesischen Staatsbürger im Bedarfsfall zu evakuieren.

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Copyright © FR online 2007
Dokument erstellt am 20.02.2007 um 17:28:02 Uhr
Letzte Änderung am 20.02.2007 um 20:21:07 Uhr
Erscheinungsdatum 21.02.2007

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