You are here

Pressemitteilung *Richter lehnt Platzreservierung ab* - *Initiative in Gedenken an Oury Jalloh*

*Initiative in Gedenken an Oury Jalloh*
Pressemitteilung vom 23. März 2007

*Internationale Prozessbeobachtung zum Oury-Jalloh-Prozess*
*Einladung zur Pressekonferenz*

Datum: Montag, 26. März 2007
10.00 Uhr
Ort: Haus der Demokratie
Robert-Havemann-Saal
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin

Am 27. März wird am Landgericht Dessau der Prozess gegen die Polizeibeamten Andreas S. und Hans-Ulrich M. eröffnet. Sie sollen für den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh aus Sierra-Leone verantwortlich sein, der im Januar 2005 an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle verbrannte. Die "Initiative in Gedenken an Oury Jalloh" hat eine internationale Beobachtung des Prozesses organisiert.

Für die Initiative bestehen nach wie vor Zweifel, ob es zu einer vollständigen Aufklärung der Todesumstände und zu einem gerechten Urteil kommen wird. Das wird allein schon an den Versuchen des Landgerichts deutlich, das Verfahren zu verschleppen oder einzustellen. Aus diesen Gründen und als Mahnung zur Aufklärung wird eine internationale Delegation von Rechtsanwält_innen, Menschenrechtsaktivist_innen und Betroffenen von Rassismus den Prozess beobachten.

Auf der Pressekonferenz werden die Teilnehmer_innen ihre Erwartungen an den Prozess darstellen. Unter ihnen befinden sich:

- Rosa Amelia Plumelle-Uribe, Rechtsanwältin aus Paris und Autorin von "Weiße Barbarei"
- Silas Nkanunu, Rechtsanwalt aus Südafrika, Gründungsmitglied der National Association of Democratic Lawyers und der Law Society of South Africa
- Suresh Grover, Leiter der "Monitoring Group" in London, der führenden Beratungsstelle für Opfer von Rassismus in Großbritannien
- Silvia Luwadio-Ngeyisadila, Schwester von Dominique Kouamadio, der aus bisher ungeklärten Umständen im April 2006 in Dortmund von einem Polizeibeamten erschossen wurde
- Regina Kiwanuka, Flüchtling aus Uganda, lebt in Nürnberg

Weitere Prozessbeobachter_innen, die auf der Pressekonferenz nicht anwesend sein können, sind:

- Rolf Gössner, Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte.
Rolf Gössner wird dem Prozess auch im Auftrag von Pro Asyl beiwohnen.
- Wolf-Dieter Narr, Gründungsmitglied des Komitees für Grundrechte und Demokratie

Außerdem wird Mariama Djombo Diallo, die Mutter von Oury Jalloh, im Haus der Demokratie anwesend sein, die zusammen mit ihrem Sohn als Nebenklägerin aus Guinea zum Prozess nach Deutschland anreist.

Amnesty International wird Ina Sacher als Prozessbeobachterin nach Dessau entsenden.

*Richter lehnt Platzreservierung ab*

Manfred Steinhoff, Richter am Landgericht, hat eine Platzreservierung für die Prozessbeobachtungsgruppe mittlerweile abgelehnt. Sein Argument:
bei den meisten Teilnehmer_innen sei ein Bezug zu Menschenrechtsorganisationen, für die sie am Verfahren teilnehmen wollen, "nicht einmal im Ansatz ersichtlich". Nur für Rolf Gössner und Wolf-Dieter Narr stellt er sichere Plätze in Aussicht. Die Initiative hält das angeführte Argument für absurd und verwahrt sich gegen eine Spaltung der Delegation in deutsche und nicht-deutsche Prozessbeobachter_innen.

Ein Spendenkonto für die internationale Delegation ist eingerichtet:

Antirassistische Initiative
Bank für Sozialwirtschaft
Konto-Nr.: 3039600
BLZ: 100 205 00
Stichwort: Dessau.

Überschüsse werden direkt der Mutter von Oury Jalloh zugute kommen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter Tel. 0176-65977644
zur Verfügung.
--
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh
c/o Antirassistische Initiative e.V.
Colbestr. 19
10247 Berlin
E-Mail: initiative-ouryjalloh@so36.net
Web: http://oury-jalloh.so36.net

Mahnwachen und Press-info in Dessau
http://thevoiceforum.org/node/457

Languages: